Programm Sommersemester 2017

Die Vorträge werden aus Studienbeiträgen finanziert und vom Ägyptologie-Forum Würzburg e.V. unterstützt.

 

 

Die Zusatzgaue im Tempel von Athribis

13.06.2017 (Di), im TOSCANASAAL der Residenz um 18.15 Uhr

 

Seit ältester Zeit war Ägypten in Gaue eingeteilt, die ursprünglich administrative Einheiten darstellten, im Laufe der Zeit aber mehr und mehr eine kulttopographische Bedeutung einnahmen. Hauptsächlich  in der griechisch-römischen Zeit treten zu den 42 sich bis dahin herausgebildeten „kanonischen“ Gauen, die in langen Prozessionen in der Sockelzone der Tempel dargestellt sind, die sog. Zusatzgaue, die in großer Zahl vertreten sein können. Dabei stellt sich zunächst die Frage, warum die Zusatzgaue in eine Prozession aufgenommen wurden und was genau man in den Tempeln der griechisch-römischen Zeit unter dem Begriff „Gau“ zu verstehen hat.  

Im Tempel von Athribis in Oberägypten sind die Zusatzgaue Bestandteil von gleich vier Prozessionen, die jeweils auf zwei Seiten aufgeteilt und von denen drei bis dato unpubliziert sind. In dem Vortrag werden diese Prozessionen und vor allem ihre Zusatzgaue ausführlich vorgestellt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Aspekten, welche Orte als Zusatzgau in der Tempeldekoration dargestellt werden und welche Informationen sich den Texten und Darstellungen über die lokale Theologie dieser Orte, aber vor allem auch der von Athribis entnehmen lassen.

 

Dr. Daniel von Recklinghausen, Eberhard-Karls-Universität Tübingen

 

 

Deir el-Bersche und Deir el-Bahari. Zwei Rituallandschaften zur Zeit Mentuhotep II.

04.07.2017, im TOSCANASAAL der Residenz um 18.15 Uhr

                                                                                                 Prof. Dr. Harco Willems, KU Leuven

 

 

„Small places – big issues“: Lokale Perspektiven auf das alte Ägypten

11.07.2017 (Di), im TOSCANASAAL der Residenz um 18.15 Uhr

Der Sozialanthropologe Erik Eriksson geht in seinem Buch „Small places – big issues“ davon aus, dass im Alltag kleiner Gemeinschaften die eigentlich großen Fragen des Menschseins verhandelt werden. Ähnlich haben Vertreter der Mikrogeschichte gezeigt, dass die Geschichten einzelner Orte oder Personen oft konträr zu den etablierten Geschichtsbildern einer Epoche verlaufen. Von diesen Positionen ausgehend behandelt der Vortrag das Leben lokaler Gemeinschaften im alten Ägypten und die Bedeutung von Königtum und Staat jenseits des politischen Zentrums. In der Diskussion werden die lokalen Heiligtümer Ägyptens berücksichtigt und neue archäologische Befunde zu einer königlichen Pyramide des Alten Reichs in der Provinzhauptstadt Hebenu, dem heutigen Zawyet Sultan, präsentiert.

Prof. Dr. Richard Bußmann, Universität zu Köln