Vorträge der Ägyptologie

Alle ägyptologischen Vorträge können wir dank der freundlichen Unterstützung des Ägyptologie-Forums Würzburg e.V. anbieten.

 

Die folgenden Vorträge finden jeweils um 18.15 Uhr im Toscanasaal, Südflügel der Würzburger Residenz, statt.

 

Grab des Scheschonq

Dienstag, 8. Mai 2012

Texte und Grabarchitektur im Grab von Scheschonq (TT27)

Scheschonq, großer Intendant der Gottesgemahlin, lebte in Theben in der zweiten Hälfte der 26. Dynastie. Er ließ sich im Asasif entlang des Hauptweges zum Hatschepsut-Totentempel seinen Grabpalast bauen. Das Grab war komplett mit Bildern und vor allem Texten dekoriert, von denen einige nur sehr selten belegt sind und deren besondere Auswahl die Kultur des Grabbesitzers widerspiegeln. Seit mehreren Jahren arbeitet die italienische Mission an der Restaurierung und dem Studium des heute leider stark zerstörten Monuments. Dank dieser Arbeit konnte das Dekorationsprogramm trotz der immensen Lücken wiedergewonnen und verstanden werden. In diesem Vortrag werden die Texte  präsentiert, und es wird versucht, sie im Zusammenhang mit der Grabarchitektur zu verstehen.

 Prof. Dr. Federico Contardi (Universität Rom „La Sapienza“)

 

Ptolemaios VIII. Euergetes Tryphon wird von Wadjet und Nechbet gekrönt (Edfu)

Montag, 21. Mai 2012

Die Krönung der Ptolemäer zu Pharaonen

Antrittsvorlesung für die Philosophische Fakultät I

Gerade in althistorischen Arbeiten ist immer wieder die Aussage anzutreffen, Ptolemaios xy hätte sich in Memphis von den dortigen Priestern nach ägyptischem Ritus zum Pharao krönen lassen. Die Formulierungen wirken allzu oft so, als ob den Autoren Bilder vorschwebten, wie sie von europäischen Monarchen überliefert sind. Sogar die Terminierung des christlichen Epiphaniasfestes auf den 6. Januar ist auf die ägyptische Krönung Ptolemaios’ I. Soter zurückgeführt worden. Darüber besteht allerdings keine Einigkeit, und so haben manche Forscher auch Zweifel angemeldet. Seitens der Ägyptologie ist die Frage bislang m.W. nicht systematisch untersucht worden. Der Vortrag wird der Frage nachgehen, ob für die ptolemäischen Könige ägyptische Krönungszeremonien v.a. in den ägyptischen Quellen nachzuweisen sind, um dann zu erkunden, was wir von altägyptischen Krönungszeremonien  überhaupt wissen, so daß wir uns schließlich auf dieser Basis hoffentlich ein besseres Bild von diesem Vorgang machen können.

Prof. Dr. Martin Stadler (Universität Würzburg)

Die folgenden Vorträge finden jeweils um 18.15 Uhr in der Bibliothek des Lehrstuhls für Ägyptologie statt.

 

Alexander im Achmenu

Donnerstag, 21. Juni 2012

Alexander der Große und Ägypten

Alexander der Große gliederte 332 v. Chr. Ägypten in sein wachsendes Weltreich ein. Er blieb dort nur ein paar Monate. Diese Zeit nutzte er, um die vorangehende Herrschaft der Perser in Ägypten endgültig zu beenden, die Stadt Alexandria zu gründen, ägyptischen Göttern Opfer darzubringen und sich in der Oase Siwa von einem Orakel seine Gottessohnschaft verkünden zu lassen. Bereits während dieser kurzen Zeitspanne signalisierte er der Bevölkerung seine Bereitschaft, die indigene Kultur zu achten. Die Ägypter enttäuschten ihn nicht und zeigten ihrerseits, dass sie gewillt waren, ihn als Herrscher zu akzeptieren. Auf subtile Weise fanden sie dafür eine Form, von der beide Seiten profitierten. Das Amt des Pharao blieb Alexander dem Großen bis zu seinem Tod 323 v. Chr. erhalten.

Dr. Donata Schäfer (Universität Tübingen)

Würfelhocker des Ahmose, Kairo JdE 36579

Mittwoch, 4. Juli 2012

Die private Tempelstatue und ihr Kult in der Spätzeit

Es wird erst seit dem Mittleren Reich üblich, daß auch nichtkönigliche Personen ihre Statuen in Göttertempeln aufstellen dürfen. Die häufigsten und wichtigsten Inschriften auf solchen Statuen sind funerärer Natur und zeigen, daß private Tempelstatuen vor allem dem Gedächtnis der Toten dienten. In der Spätzeit (ab der 22. Dynastie) gewinnt die Tempelstatue zunehmend an Bedeutung und übernimmt teilweise Funktionen, die in älterer Zeit der Kultstelle des Grabes vorbehalten waren. Es läßt sich zeigen, daß diese Entwicklung mit bestimmten politischen und sozialen Veränderungen nach dem Ende des Neuen Reiches zusammenhängen.

Prof. Dr. Karl Jansen-Winkeln (FU Berlin)

Lehrstuhl für Ägyptologie der Universität Würzburg     Residenzpl. 2/Tor A 97070 Würzburg     Tel. 0931/31-8 28 18

Vorträge