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    Lehrstuhl für Ägyptologie

    Hymnen und Götteraretalogien in den Gesellschaften des antiken Mittelmeerraumes: von Inana und Isis bis Jahve und Christus

    Internationales Kolloquium der Julius-Maximilians-Universität Würzburg im Burkardushaus Würzburg, 10.–12. September 2018

    In Zusammenarbeit mi Laurent Bricault (Toulouse)

     

    Referentinnen und Referenten
    Programm

    Die Idee zu diesem Kolloquium ist aus der ab 2019 geplanten Zusammenarbeit zwischen Laurent Bricault, Toulouse, und Martin Stadler, Würzburg, entstanden. Beide möchten eine Neuedition des griechischen Papyrus Oxy.XI.1380 vorlegen. Der Anfang dieses Textes ist heute verloren, weshalb nicht mehr gesagt werden kann, ob der Isis-Hymnus wie die Imuthes-Aretalogie auf der anderen Seite des Papyrus beansprucht, eine Übersetzung aus dem Ägyptischen zu sein. Dies ist freilich wahrscheinlich.

    Lange fehlte eine ägyptische Parallele, weshalb der Isis-Hymnus in dieser Form als ein Ergebnis der hellenistischen Isis-Verehrung gesehen wurde, in der Isis kaum noch etwas mit ihrer ägyptischen Wurzel gemein habe. Diverse Fragmente demotischer Papyri haben bislang nicht nachhaltig überzeugen können. Etwas mehr Licht bringt ein zwar recht fragmentierter, aber dennoch recht langer demotischer Papyrus aus dem Fayum des 1. Jh. n. Chr., dessen vollständige Edition Stadler als spezifisch ägyptologischen Beitrag zur Neuedition des P. Oxy.XI.1380 in dem mit Bricault gemeinsam zu verfassenden Band als Grundlage für die ägyptologische Kommentierung des griechischen Textes beisteuern wird.

    Tatsächlich hat die Forschung des vergangenen halben Jahrhunderts, die sich mit Isis und den Gottheiten ihres Umkreises beschäftigte, gezeigt, wie das hellenistische, dann kaiserzeitliche Bild das Resultat originell kreativer Aktivitäten war. Das habe zu einer grundsätzlich neuen religiösen Identität geführt, einem Amalgam, das sicherlich intensiv von einer ägyptischen Lebenskraft genährt worden sei, das aber auf ideologische und spirituelle Bedürfnisse der Zeit reagiert und einen distinkt griechischen Anteil aufgenommen habe.

    Isis manifestierte sich in Hymnen, Litaneien und Aretalogien als kosmische Macht, Herrin des Schicksals, Wohltäterin und Erlöserin sowohl der gesamten Menschheit als auch jeden Individuums im Besonderen. Dieses Bild entspricht nun aber im Grunde auch einem traditionell-ägyptischen, während die Redaktoren bestimmte Aspekte ihrer Persönlichkeit ausließen, nuancierten oder weiterentwickelten in Abhängigkeit der Kontexte und Intentionen. So setzte sich der heno-, quasi pantheistische Charakter der Isis nicht notwendigerweise erst außerhalb des Niltals durch. Denn jenes Wesen der Isis ergab sich in Ägypten von selbst, wo sie seit langem sowohl sie selbst als auch Verkörperung aller anderen Göttinnen war. Das ist im Grunde, was Isidoros von Narmuthis in seinem ersten Hymnus Thiuis, die Einzige, nennt.

    Bricault und Stadler haben durch ihre eigenen Forschungen bedingt sicherlich eine zu enge Sichtweise, die den Blick für das Ganze verlorengehen ließ. Diese Engführung und Fokussierung auf das Ägyptische und Isis ist der vorliegenden Darstellung natürlich anzumerken, und der Antragsteller Stadler vertritt die These, es ginge den Kolleginnen und Kollegen der Nachbardisziplinen nicht anders. Genau daraus aber ergibt sich die Aufgabenstellung für die Tagung von der Binsenweisheit ausgehend, der Lobpreis von Gottheiten sei ein Charakteristikum aller antiken Religionen. Aber nur aus den Kulturen des Mittelmeerraumes sind Zeugnisse schriftlich überliefert. Das Kolloquium soll hier das Bild zu weiten helfen und ein Panorama antiker Hymnentradition bieten. Es will sich also gerade nicht auf Isis und ihr Umfeld beschränken, sondern setzt sich vielmehr zum Ziel, die Reflexion über das Thema auf diverse in den Gesellschaften der antiken – im weitesten Sinne – Mittelmeerwelt belegten Hymnentraditionen auszudehnen.

    In den letzten Jahren fanden sich einige der einschlägigen Quellen im Zentrum religionshistorischer, klassisch-philologischer Analysen, aber auch in der ägyptologischen Forschung oder unter Spezialisten antiker Poesie. Andere Quellen wie z. B. die Aretalogie in der Version von Andros, die Litanei des P.Oxy.XI.1380 oder der Päan des Mesomedes hingegen bleiben von der Mehrheit der Wissenschaftler wenig beachtet, die oft genug den neugierigen Leser auf Veröffentlichungen verweisen, die in die Jahre gekommen sind.

    Vor diesem Hintergrund erscheint es den Organisatoren der Konferenz, Bricault und Stadler, sinnvoll, ja sogar notwendig, eine internationale Tagung zu organisieren und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit unterschiedlichen Wissenshorizonten, aus unterschiedlichen altertumswissenschaftlichen Disziplinen und aus unterschiedlichen Denkschulen zusammenzubringen, um gemeinsam über dieses so außergewöhnliche und reiche Textcorpus antiker Hymnentraditionen nachzudenken, ihre eigenen Forschungen in einer multi-disziplinären Perspektive komparatistisch einander gegenüberzustellen und so daraus Inspiration für die eigene Arbeit zu gewinnen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen somit von dem Kolloquium profitieren, wie es sich die Organisatoren für sich selbst erhoffen.

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